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Beratung für nachhaltige Landnutzung |
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Anbau-, Innovations- und Betriebsberatung – Konzeptentwicklung – Gesamtplanung |
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Besuchsbericht: Der Agroforestry Research Trust, England |
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Führung durch das Schumacher Forest Garden Project |
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Angegliedert an das Schumacher College (Nähe Totnes / Torquay), benannt nach dem Autor von „Small is beautiful“, liegt eine Versuchs- und Demonstrationsfläche mit einem „Forestgarden“. Die Führung erfolgte durch Martin Crawford, den Direktor des Agroforestry Research Trust (A.R.T.). Der A.R.T. wurde 1992 als gemeinnützige Organisation gegründet, um Forschungen zu allen Aspekten von Agroforstwirtschaft in den gemäßigten Breiten durchzuführen. Der A.R.T. wird von bekannten Reformern und Autoren wie Herbert Giradet, James Lovelock und John Seymour unterstützt. Er betreibt verschiedene Versuchsflächen, unter anderem das besichtigte Projekt.
Das Gelände von ca. 1 ha Größe wurde dem A.R.T. Vom Dartington Hall Trust zur Verfügung gestellt. Die Fläche hat eine Nord-Süd-Ausrichtung und wird im Westen durch einen kleinen Wald vor den maritimen Winden geschützt, die hier ein Problem darstellen können. Die Bepflanzung mit Gehölzen folgt dem Schema, das die Bäume der Größe nach von Norden nach Süden abnehmend gepflanzt sind, um das Sonnenlicht optimal zu nutzen. Nach Osten ist als schnellwachsender, Stickstoff sammelnder Windschutz die Doldige Ölweide (Eleagnus umbellata) gesetzt (Pflanzenliste im Anhang). |
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Ein wesentliches Ziel dieses Projektes ist die Präsentation und Langzeitbeobachtung von ca. 100 Bäumen und Sträuchern in Form eines „forestgarden“, was sich mit Waldgarten oder besser mit Haingarten übersetzen lässt. Dieser Haingarten besteht wie eine Streuobstwiese aus solitären Nutzgehölzen, die zusätzlich mit einer Unterpflanzung aus essbaren Stauden und Halbsträuchern bepflanzt wird. Die Pflanzenauswahl wird im folgende beschrieben.
Der Eingangsbereich umfasst neben einem Anzucht-Folientunnel und dem Freiland-Jungpflanzenquartier die mittelgroßen Sträucher bis ca. 3 m Höhe, wie drei Arten von Sechuan-Pfeffersträuchern (Zanthoxylum sp.), eine Selektion des amerikanischen Schneeballs (Viburnum trilobum) oder eine großfrüchtige Mispel (Mespilus germanica 'Nottingham'). Weiter stehen dort zwei Eucalyptus, die regelmäßig auf Stock gesetzt (zurück geschnitten) werden, damit man die Blätter für medizinale Zwecke ernten kann. |
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Das Gelände ist mit Gräsern eingesät gewesen, die Gehölze wurden zunächst mit Bändchengewebe (einer gewebten Folie) gemulcht, um den Wurzelbereich konkurrenzfrei zu halten. Nach Absterben der Grasnarbe wird das Mulchgewebe weiter nach außen gerückt. Der freiliegende Teil wird einmalig mit Rindenmulch und der Unterpflanzung, wie z.B. Minze (Mentha sp.), Arktische Brombeere (Rubus arcticus) oder Knollen-Platterbse (Lathyrus tuberosus) versehen. Die bodendeckende Unterpflanzung wird nach Bedarf flach getreten, auch um den Zugang zu den Gehölzen zu erleichtern.
Ein Teil der Pflanzenauswahl sammelt den Luftstickstoff und dienen damit der Bodenverbesserung. Dabei handelt es sich um Gehölze und Stauden wie Sibirischen Erbsenstrauch (Caragana arborescens), die oben erwähnten Ölweiden, Erlen (Alnus sp.) oder die Knollenplatterbse. Damit wird die Fruchtbarkeit im Gesamtsystem gezielt verbessert. Die Herzblättrige oder Italienische Erle* (Alnus cordata) wird zusätzlich als Rankhilfe für Kletterpflanzen genutzt z.B. für die Kiwi-Verwandte Flamingo-Strahlengriffel* (Actinidia kolomikta), wodurch sie eine zusätzliche Funktion erhält. Für den Bedarf an Bindematerial sind Pflanzen vom Neuseeländischen Flachs (Phormium tenax) gesetzt. *[Anm. Es gibt z.T. mehrere deutsche Namen für die Pflanzen. Sie sind nicht alle aufgeführt.] |
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Auf dem Gelände sind zwei Teiche gelegen, einer davon im Norden, der etwas höher gelegen ist. Dieser soll der Bewässerung dienen, was bisher nicht nötig war. Auf Weidenbeeten neben dem zweiten Teich werden verschiedene Sorten für den Rutenverkauf (für Stecklinge) gezogen. Der Arbeitszeitbedarf für die 0,9 ha Fläche beträgt in der Saison von April bis Juni ca. 10 Stunden pro Woche. Dazu kommen insgesamt 7 Stunden von Juli bis Oktober, in denen die Fläche vom wilden Aufwuchs wie Weide, Brombeeren oder Brennessel befreit wird, die sonst überhand nehem würden. Die Pflanzarbeiten werden in einer Woche während des Winterhalbjahres erledigt. Damit ist der gesamte Erhaltungsaufwand für die Fläche recht gering. Der Haingarten wird darüber hinaus von den Crawfords für die Selbstversorgung genutzt. Die Kosten für Pflanzen und Samen betrugen ca. 4000 £ (ca. 6000 €). Die Kosten für die Bewirtschaftung der Versuchsflächen sowie des Einkommens von Martin Crawford werden zu einem Drittel durch Spenden, zu zwei Dritteln durch den Verkauf von selbst produzierten Pflanzen und publizierter Literatur aufgebracht. Es beträgt ca. 30.000 £ (ca. 45.000 €) pro Jahr. Bei der Gesamtbetrachtung des ursprünglichen Designs (Entwurfes) für den Haingarten ist festzustellen, dass ein Großteil des beabsichtigten Maßnahmen erfolgreich umgesetzt werden konnten. Nur wenige Vorgehensweisen führten nicht zu gewünschten Erfolg, z.B. wurde eine kleine Fläche von Erdbeeren durch Hahnenfuß überwuchert. Dieses ist allerdings recht einfach mittels der beschriebenen Mulchtechnik wieder zu ändern. Insgesamt stellt das besichtigte Projekt ein gutes Beispiel einer agroforstlichen Gestaltungsweise für die Selbstversorgung und eine innovative Form eines Arboretums dar. Bericht von Burkhard Kayser |
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Liste der besichtigten Gehölze |
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Die Pflanzen sind nach dem botanischen Namen geordnet und nach Gehölzen und Stauden unterteilt. Die meisten Pflanzen haben essbare Früchte. |
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Botanischer Name |
Deutscher Name |
Bemerkungen |
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Actinidia kolomikta |
Flamingo-Strahlengriffel, Rosa-, * |
Kiwi-Verwandte, rankend |
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Alnus cordata |
Italienische Erle, Herzbl. Erle |
N, als Rankgerüst |
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Alnus viridis |
Grünerle |
N |
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Amelanchier alnifolia |
Erlenblättrige Felsenbirne |
Auch Sorten in Kanada |
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Arbutus unedo |
Erdbeerbaum |
Früchte essbar, Feuerholz, frosthart bis -7° bis -12° C |
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Castanea sativa 'Rousse de Nay' und 'Marigoule' |
Esskastanie, Edelkastanie |
Französische, großfrüchtige Sorten |
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Cephalotaxus harringtonia |
Japanische Pflaumeneibe |
Früchte essbar, schattentolerant |
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Chaenomeles cathayensis |
Zierquitte, Scheinquitte° |
Bes. großfrüchtig |
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Cornus kousa var. chinensis |
Chinesischer Blumen-Hartriegel |
Früchte essbar |
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Crataegus pinnatifida var. Mayor 'Big Golden Star' |
Weißdorn-Verwandter ° |
Früchte essbar, aber nicht ausreifend, kochen |
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Diospyros virginiana |
Scharon-Frucht° |
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Eleagnus x ebbingei |
Wintergrüne Ölweide |
N, wenig frosthart |
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Eleagnus umbellata |
Doldige Ölweide * |
N |
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Eucalyptus urnigera |
Eukalyptus° |
Frosthart bis -15° – -18 °C |
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Halesia carolina |
Schneeglöckchenbaum |
Früchte essbar |
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Hypericum androsaemum |
Mannsblut |
Medizinale Nutzung |
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Mespilus germanica 'Nottingham' |
Mispel |
Großfrüchtige Sorte |
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Phyllostachys viridi glaucescens |
Flachrohr-Bambus° |
Frosthart bis ca. -20 °C, Sprossen bis max. 40 cm Länge ernten, |
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Phyllostachys sp. |
Flachrohr-Bambus° |
Alle Phyllostachys sind essbar, manchmal aber bitter. |
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Phormium tenax |
Neuseeländer Flachs |
Faserpalme, bis -7° – -15° C |
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Rubus Hybr. 'Betty Ashburn' |
Brombeer-Hybride° |
Bodendecker |
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Rubus tricolor |
Brombeere° |
Als Bodendecker niederdrücken, Höhe 150 cm; trockenheitsvertr. |
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Sambucus canadensis 'York' |
Kanadischer Holunder |
Sorte selbststeril, ohne Fruchtansatz dauert Blüte 6-10 |
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Shepherdia argentea |
Silber-Büffelbeere |
N, Blüte frostgefährdet |
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Sorbus tibetica 'John Mitchell' |
Tibetischer Sorbus° |
Früchte mit Mispelaroma |
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Tilia cordata |
Winter-Linde |
jg. Blätter als Salat |
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Tilia tomentosa |
Silber-Linde |
jg. Blätter als Salat |
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Viburnum trilobum 'Phillips' |
Amerikanischer Schneeball ° |
Sorte |
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Zanthoxylum alatum |
Asiatischer Pfefferstrauch ° |
Essbare „Pfefferkörner“ |
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Zanthoxylum schinifolium |
Japanischer Pfefferstrauch ° |
Essbare „Pfefferkörner“, 600 g Körner nach 9 Jahren |
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LEGENDE |
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° Name nicht gesichert / unbekannt |
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* Es gibt z.T. mehrere deutsche Namen für die Pflanzen. Sie sind nicht alle aufgeführt. |
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N = Stickstoff sammelnde Pflanze |
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Der Link zum Agroforestry Research Trust: |
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Agroforstsysteme – Mulchanbau und Direktsaatmethoden – Mischfruchtanbau – Ökolandbau – Freiland-Tierhaltung – Sonderkulturen – Selbsternte – Waldgärten – Wildobst – Essbare Wildkräuter, Blüten und Stauden: Ein Angebot von Burkhard Kayser |
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[ Impressum ] © Perma – Beratung & Design, Burkhard Kayser, www.nachhaltige Landnutzung.de |
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